Radwege sind doch nur unnütz ausgegebenes Geld |
| von Udo Rupkalwis |
Ich gebe es ja zu, die Überschrift mag reißerisch klingen, doch im Grunde wird dieser Blogpost auf genau diese Aussage hinauslaufen. Na zumindest in etwa.
Gestern Abend, so gegen 20 Uhr. Ich war mit einem Freund im Auto unterwegs (er als Fahrer) und unser Weg führte uns durch ein Gewerbegebiet. Alles nagelneu: tolle Straße, großzügig angelegte Wege für die Fußgänger und sogar ein separater Radweg. Dieser Radweg ist gerade an dieser Stelle aber auch eine sehr sinnvolle Sache, denn die Straße schlängelt sich durch das Gewerbegebiet und ist durch Bäume und Sträucher nicht weit einsehbar.
Plötzlich macht mein Freund fast eine Vollbremsung. Vor uns, kurz nach einer Kurve, ist ein Radfahrer auf der Straße unterwegs; mit nicht mehr als Schrittgeschwindigkeit. Der Radweg dagegen ist leer.
Ein Einzelfall, mag man da vielleicht denken. Aber nein. Ich schreibe das hier nur deswegen, weil nun das Maß langsam mal voll ist. Das sehe ich immer wieder in den unterschiedlichsten Städten.
Daher noch einmal meine ganz besorgte Frage: wofür brauchen wir Radwege, wenn sie ja doch nur sporadisch genutzt werden? Würde man das Geld dafür sparen, würden sich z.B. die kommunalen Kindertagesstätten sicher sehr über zusätzliche Mittel freuen.
Und jetzt mal Polemik beiseite. Was will ich mit diesen Zeilen erreichen?
Ich bin natürlich FÜR Radwege, denn sie erhöhen die Sicherheit ungemein. Mein Erlebnis gestern brachte nur das Fass voller Erlebnisse zum Überlaufen: Radfahrer auf der Straße neben dem Radweg, Radfahrer in der Fußgängerzone, Radfahrer nachts ohne Licht, Radfahrer bei Rot über die Ampel, und und und. Warum greifen unsere Ordnungshüter da nicht mal ein wenig mehr durch? Man könnte den Eindruck bekommen, nur auf Autofahrer würde "Jagd" gemacht. Paragraph 1 der Straßenverkehrsordnung gilt auch für Radler: „...ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht“. Bitte, macht das wenigstens als gutes Vorbild für die Kinder.
Letzte Änderung: Jun 30 2011 um 18:24:37
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