Kündigungsgrund: unflätiger Facebookeintrag |
| von Udo Rupkalwis |
Einem 15-jährigen Mädchen wurde der Lehrvertrag gekündigt, weil sie sich bei Facebook unflätig über eine Ausbilderin geäußert hatte. So berichtet es 20 Minuten online. Ist das nun gut oder schlecht? Es ist einfach nur konsequent!
Wenn es sich wirklich so zugetragen hat, wie die Quelle berichtet, dann ist das Mädchen einfach nur dumm. Oder medial ungebildet. Egal. Man kann in einem Massenmedium nun mal nicht das sagen, was man denkt, ohne die Konsequenzen zu tragen.
Man stelle sich vor, Dieter Thomas Heck hätte in seiner ZDF-Hitparade in den 1980ern eines Tages gesagt: "Sie hören nun einen Interpreten, der eigentlich in die Irrenanstalt gehört. Der Typ hat sie doch nicht mehr alle."
Klingt das überzogen? Na gut, ich gebe einen Zahlenvergleich: Die "Hitparade" hatte rund 25 Millionen Zuschauer. Eine Äußerung im Internet hat MILLIARDEN Empfänger! Wie würden Sie also reagieren, wenn Sie im Netz in Misskredit gebracht würden?
Kommen wir aber abschließend zu dem Mädchen, dass durch eine unbedachte Äußerung seine Lehrstelle verloren hat. Ich sehe eine mediale Aufklärung als das dringlichste Problem an. Medienkompetenz sollte weiter forciert werden - und nicht nur von Lehrkräften, die mal eben eine Weiterbildung besucht haben, sondern durch Netz-Kenner mit ihrem Wissen von vielen Jahren.
Liebe Lehrkräfte, die Ihr auf der Suche nach Experten seid: Verlasst Euch nicht auf die Empfehlungen von vorgelagerten Stellen - die Bürokraten können meist nicht mal ihr Excel bedienen. Schaut Euch im Netz um und fragt die wirklichen Experten, wie man die Heranwachsenden vor Fehlern schützen kann. Falls Ihr nicht erkennt was der Unterschied zwischen einem ahnungslosen Bürokraten und einem Experten ist, so sage ich Euch von ganzem Herzen: Gott steh' Euch bei!
Letzte Änderung: Jun 30 2011 um 18:28:12
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